Interview: Wie das OPTIMO Prinzip® die Innovation im Unternehmen beschleunigen kann


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Innovation (“Innovare”) steht für den Prozess der stetigen Erneuerung. Die Digitalisierung, die Veränderung der Märkte und nicht zuletzt die Corona-Auswirkungen drängen die Unternehmen dazu, Ideen und Innovationen schneller in die Umsetzung zu bringen. In Unternehmen fallen dabei überall Ideen und Konzepte zur Digitalisierung des eigenen Unternehmens an: effizientere Prozesse in der Beratung der Kunden, bessere Daten für die Verwaltung, Ideen für neue Geschäftsideen. Je konkreter und transparenter die Ideen im Unternehmen werden, desto größer wird die Chance, diese umzusetzen.

Wie Ideen im Unternehmen schneller umgesetzt werden können und wie dabei das OPTIMO Prinzip entstand, das erzählt unser Geschäftsführer Stephan Preuss im Interview.

Ben Richter: Was ist das OPTIMO Prinzip?

Stephan Preuss: Das OPTIMO Prinzip® ist eine Innovationssmethode, die Unternehmen hilft ihre Veränderung schneller umzusetzen. Die Methode bindet gezielt die Kreativität und das Wissen der Mitarbeiter ein, um neue Ideen und Potenziale aufzudecken und die besten in die Umsetzung zu bringen. Praktisch alle Ideen eines Unternehmens, z. B. zu Verbesserungen, Geschäftsmodellen oder Projekten, lassen sich nach den sechs Buchstaben des Prinzips beschreiben und damit Ideen transparent machen.

Wie bist du auf die Idee gekommen, das OPTIMO Prinzip zu entwickeln?

Die Idee entstand 2015, als wir in Kundenprojekten es immer mehr mit Innovationen und neuen Geschäftsmodellen zu tun hatten. In unserer Rolle als Berater fiel es immer schwerer, die verschiedensten Ideen sichtbar und vergleichbar zu machen. Vor einem Innovationsstau standen unsere Kunden damals sowieso bereits. Daraus entstand die Frage: Wie lässt sich Unternehmen helfen, Ihre Ideen und Innovationen schneller im Haus zu vernetzen und in die Umsetzung zu bringen?

Die Lösung musste dafür eine ganze Bandbreite an Anforderungen abdecken und besonders auf Mitarbeiter ausgerichtet sein. Fündig wurden wir bei dem Ursprung von Kanban: Dinge sichtbar machen und deren Verlauf durch die Organisation managen. Daraufhin entstand mein bisher größtes Design Science Projekt: Wir haben Fakten, Modelle und den aktuellen Stand der Forschung über Innovation zusammengetragen und in einer Methode komprimiert: O.P.T.I.M.O. war geboren.

Was ist aus deiner Sicht das besondere an der Methode?

Das OPTIMO-Prinzip® ist durch seine einfache Anwendung unkompliziert einsetzbar. Es ermöglicht ein flexibles und kontinuierliches Verbessern im Unternehmen und lässt sich an die Abläufe im Unternehmen anpassen. Zudem fördert die Methode die Ideenkultur mit den eigenen Mitarbeitern, mit der Unternehmen einen Vorteil gegenüber ihren Wettbewerbern schaffen.

Wie genau können Mitarbeiter damit arbeiten?

OPTIMO gibt Mitarbeitern 6 Kriterien an die Hand, nach denen Verbesserungen und Ideen standardisiert beschrieben werden:

  1. Optimales Ziel

  2. Problem verstehen

  3. Treffendste Zielgruppe

  4. Integration von Ressourcen

  5. Magische Lösung

  6. Objektive Ergebnisse

Damit ist es fast unmöglich eine Idee unvollständig zu beschreiben. Durch die Standardisierung lässt sich die Idee schnell Teilen und Feedback einholen. Führungskräfte können die Ideen zur Strategie abgleichen und sich zeitnah für eine Umsetzung entscheiden.

Warum beschleunigt OPTIMO aus deiner Sicht die Umsetzung von Ideen im Unternehmen

Oftmals existieren zu viele Ideen in einem Unternehmen und die schier unüberschaubare Anzahl verhindert, dass auch nur einfach umzusetzende Ideen fertig werden. John D. C. Little formulierte 1961 die Gesetzmäßigkeit in Warteschlangen von Kunden. Diese Gesetzmäßigkeit wurde später in Computern sowie auf agile Systeme übertragen. Wir übertragen die Warteschlangenformel auf die Transformation im Unternehmen. Übersetzt bedeutet das: mit je mehr neuen Themen sich Ihre Organisation gleichzeitig beschäftigt, desto mehr blockieren diese sich gegenseitig. Wir nutzen diesen Ansatz, indem wir Ideen mithilfe des OPTIMO Prinzips vorfiltern und nur hochwertig beschriebene Ideen zulassen. Auf der Plattform OPTIMO Cloud lässt sich zudem die Menge und die Zuordnung der Themen im Unternehmen steuern und deren Zeitdauer messen.

Was macht OPTIMO heute und was sind deine Ziele?

Heute bündeln sich hinter OPTIMO ein ganzes Team von Innovatoren, Trainern, Beratern und Umsetzungspartnern. Sie alle verbindet die Vision, gemeinsam die Kunden bei Ihrer Transformation zu unterstützen. Derzeit pilotieren wir mit 10 Kunden die OPTIMO Cloud als Plattform und lernen jeden Tag, wie sich die Transformation zwischen Mitarbeitern und Führungskräften schneller in die Umsetzung bringen lässt. Zukünftig wird man auf der Plattform gezielt Spezialisten Anfragen können, um Know-how und Ressourcen für die Umsetzung ins Unternehmen zu holen.

Über Stephan Preuss

Stephan Preuss ist Experte für digitale Geschäftsmodelle, Keynotespeaker und Buchautor. Er beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit der Fragestellung, ob Maschinen für den Menschen da sind, oder Menschen für Maschinen da sind? Aus seiner Sicht sind die Menschen das Zentrum der Digitalisierung. Beruflich hat er verschiedene Unternehmen gegründet oder sich daran beteiligt. Seine Gründung QUANTIC Digital gehört heute zu den Top-digitalen Beratern in Deutschland. Seit 2015 hält er Keynotes und ist auf redner.de als Keynote-Speaker gelistet. 2019 erhielt er den “10-Years-After” Award der Stadt Leipzig für die beste Gründung von 2009.

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